• Mi. 23.05. Filmclub 'Deadlier than the Male' (Thomas, 1967), 20.30 Uhr
  • Sa. 26.5. Konzert Gwen Kyrg und Maria Schüritz, 21.00 Uhr
  • Mi. 30.05. Filmclub 'Caprice' (Tashlin, 1967), 20.30 Uhr
  • Mi. 06.06. Filmclub 'In like Flint' (Douglas, 1967), 20.30 Uhr
  • Fr. 15.06 - So. 17.06 48h-Neukölln: 'Die Asporas', ganztägig
  • Mi. 20.06. Filmclub 'The Bird with the Crystal Plumage' (Argento, 1970), 20.30 Uhr
  • Jeden Mittwoch 20:30 im bauer&ewald

    02.11.11 – 14.12.11 „Abschied von gestern“ – Aufbruch der westdeutschen Autorenfilmer in den 60er Jahren

    Pistole

    Der Zusammenbruch des konventionellen deutschen Films entzieht einer von uns abgelehnten Geisteshaltung endlich den wirtschaftlichen Boden. Dadurch hat der neue Film die Chance, lebendig zu werden. […] Wir erklären unseren Anspruch, den neuen deutschen Spielfilm zu schaffen. Dieser neue Film braucht neue Freiheiten. Freiheit von den branchenüblichen Konventionen. Freiheit von der Beeinflussung durch kommerzielle Partner. Freiheit von der Bevormundung durch Interessengruppen.
    Wir haben von der Produktion des neuen deutschen Films konkrete geistige, formale und wirtschaftliche Vorstellungen. Wir sind gemeinsam bereit, wirtschaftliche Risiken zu tragen.
    Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen.“

    Auszug aus dem Oberhausener Manifest (28. Februar 1962)

    Mit dem Einbruch der sechziger Jahre befindet sich das deutsche Kino in der Krise. Gravierender Faktor ist sicherlich die massenhafte Verbreitung des Fernsehens, die einen dramatischen Rückgang der Besucherzahlen und die Pleite zahlreicher Produktionsfirmen verursacht. Die Nachkriegsregisseure und Remigranten, die den deutschen Kinobetrieb in den 50er Jahren dominierten, ziehen sich zurück, sterben oder stagnieren in ihrem Schaffen; Erfolg haben nur noch seriell gefertigte Produkte wie die Wallace-Verfilmungen. Zugleich tritt eine junge Generation von Filmautoren auf, die unter dem Eindruck der französischen „Nouvelle Vague“ und der Auseinandersetzung mit der „Kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule die mangelnde künstlerische Qualität der zeitgenössischen Filmproduktion und v.a. deren politische Funktion zur Verschleierung gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse und damit einhergehend zur Stabilisierung von z.T. noch dem Faschismus entstammenden Konventionen und Wunschvorstellungen anprangern.

    Die Jungen (Kluge, Reitz, Schlöndorff, die Schamonis etc.) formieren sich mit dem „Oberhausener Manifest“ und fordern die ökonomische Möglichkeit ein, andere, bessere (und das heißt oft: politisch engagierte) Filme machen zu können. Im Jahr 1966 schließlich kommt es zu zahlreichen Regiedebüts, die europaweit auf großes Interesse stoßen, wenngleich sie kommerziell bei weitem nicht so erfolgreich sind wie ihre französischen Pendants. Erst die nachfolgende Generation um Fassbinder, Herzog und Wenders wird in den siebziger Jahre größere Erfolge erreichen.

    Im Filmclub wollen wir einige Filme dieser sehr heterogenen Bewegung zeigen und diskutieren (wenngleich von „Bewegung“ zu sprechen bei der Unterschiedlichkeit des Produzierten reichlich vermessen erscheint). Viele Filmautoren, die man eigentlich zeigen müsste, finden sich nicht im Programm (Schlöndorff, Reitz, Fassbinder, Herzog); stattdessen werden Autoren wie Thome oder Lilienthal präsentiert, mit denen uns die Beschäftigung auch in ästhetischer Hinsicht lohnenswert erscheint, selbst wenn sie nicht so große Bekanntheit genießen wie die Gesichter des „Neuen deutschen Films“.

    Ndf-programm

    Eintritt frei bei gewohnter temporärer Vereinsmitgliedschaft